Samstag, 3. April 2010

Wieder in Thailand

Phu Quoc haben wir nach dem ersten Regen hinter uns gelassen. Am Abreisetag war es allerdings trocken:


Am Karon Beach auf der Insel Phuket bekommen wir ein Kontrastprogramm geboten: Die Bars haben lange geoeffnet und es ist was los (hoert man dann auch nachts, wenn man frueher zu Bett geht). Karon Beach bietet Tourismus pur und koennte ueberall auf der Welt sein (Rimini, Mallorca). Nach all der Ruhe nicht schlecht, aber wirklich schoen ist es hier nicht. Die Strandliegen sind zahlreich, einzig das Meer ist spitze. Aber drei Naechte sind genug und so siedeln wir um zum Aonang Beach nahe der Stadt Krabi.


Und hier ist es trotz ueberborderndem Tourismus schoen. Der Regen ist uns aus Vietnam gefolgt. Es schuettet taeglich wie aus Eimern, meistens am Nachmittag und das schon den vierten Tag in Folge.

Es wird immer heisser und schwueler und die Prognosen zeigen keine "Besserung". Fast ist es nicht auszuhalten. Langsam merkt man auch: 60 Tage Hitze (die vier Tage Kaelte im Norden Vietnam's unterschlagen wir einfach mal) sind wir einfach nicht gewoehnt. Schon vier Wochen sind ein Jahrhundertsommer und darueber sind wir weit hinaus. Die tropische Schwuele tut ihr Uebriges. Ein kuehler und erfrischender Wind waere uns willkommen, bleibt aber Wunschdenken.

Aber wir kaempfen uns durch. Hitze ist nun mal besser zu ertragen als klirrende Kaelte und wir stellen uns einfach vor, wie es auf Spitzbergen sein koennte.

Und langsam naehern wir uns dem Endspurt: die Rueckreise geraet in greifbare Naehe. Einerseits schoen, vermisst man doch Einiges aus Deutschland. Andererseits endet die Auszeit und der Alltag droht. Aber noch haben wir fast drei Wochen und geniessen die Zeit.
Hier noch eine Impression vom Railey Strand fuer alle, denen es in Deutschland zu kalt ist:

Samstag, 27. März 2010

Endlich Regen!

Der 52. Tag und endlich haben wir Tropenregen. Nachts prasselte der Regen wie Maschinengewehrfeuer auf unser Blechdach und draussen bogen sich die Palmen im Sturm.
Wir hatten insgeheim die Vision: wenn der Sturm anhaelt, geht dann am Montag unser Flieger nach Saigon?
Morgens war das Spektakel wieder vorbei. Doch abends regnete es erneut und das in Stroemen.
Auf Phu Quoc, der groessten Insel Vietnams, gelegen im Sueden, fast vor der kambodschanischen Grenze, steht die Zeit still. Hier ist der Hund begraben und wir lassen ordentlich die Seele baumeln.
Ein paar Impressionen:












Freitag, 26. März 2010

Kulturelle Unterschiede

In SOA gibt es im Alltagsleben gewisse Unterschiede im Vergleich zu Europa:

Restaurant:
In Thailand kommt der Kellner mit der Karte und bleibt penetrant stehen, bis man bestellt hat, egal, wie lange man braucht, um seine Wahl zu treffen. Wir vermuten, dass der gemeine Thailaender die Karte auswendig kann oder dies von dem Europaer erwartet.
Abraeumen scheint generell nicht ueblich und erfolgt entweder nach geraumer Zeit oder nach Verlassen des Lokals.
Generell wird nicht damit gerechnet, dass man nachbestellt (z.B.: Getraenke). Daher muss man auf sich aufmerksam machen.

Hotel/Guesthouse (entspricht einer Pension):
Ein Moskitonetz ist zwingend notwendig.

Husten und Niesen (sowie Nase hochziehen):
Moeglichst laut und ohne durch Handvorhalten den Virenflug bzw. die Geraeuchskulisse behindern. Gruene Spucke direkt auf den Boden.

Strand:

Mundschutz wird auch am Strand getragen. Ebenso badet man vollstaendig angezogen.

Fortbewegung:

Favorit sind motorisierte Zweiraeder. In Vietnam ist Dauerhupen Vorschrift. Ruecksicht auf andere Strassenteilnehmer ist ausdruecklich untersagt. Wer bremst, verliert.
Auf ein normales Moped passen bis zu 5 Personen. In Laos wird zudem ein Sonnenschirm waehrend der Fahrt verwendet.

Fortbewegung II:
Fliegen ist generell billiger als Bahn fahren. Bus ist inclusiver Dauerbeschallung bei ueber 100dB (vorzugsweise Gewaltfilme)

Essen:
Reis oder Nudeln muessen extra bestellt werden. Es sei, man bestellt gebratenen Reis oder Nudeln. Die Portionen in Thailand sind gut zum Abnehmen, der Fleisch- bzw. Fischanteil eher ein Spurenelement. Laos macht oft grosse Portionen und wirbt damit. In Vietnam wird man ebenfalls satt.In Thailand ist das Essen scharf (wenn man ein scharfes Gericht bestellt) und schmeckt in der Regel gut. In Laos ist das Essen eher saeuerlich und weniger scharf, es schmeckt immer noch gut. In Vietnam ist das Essen lasch und von unterschiedlicher Qualitaet, aber eher maessig.

Kaffee:
In Thailand ist der Kaffee wie in Deutschland. Je nachdem wo man ihn trinkt, ist er gut oder schlecht. Mal lauwarm, mal italienisch, mal stark, mal duenn.
In Laos gibt es Kaffeelao, der schmeckt ein wenig nach Schokolade und ist sehr lecker, zumeist aber sehr stark. Meistens war der Kaffee sehr lecker.
In Vietnam gibt es Kaffee Vietnam, der schmeckt suess und ist ebenfalls stark. Miang ist er ein wenig zu suess.

Bier:

Als Deutscher ist man verwoehnt. Das thailaendische Bier ist duenn (Singha, trinkt Hopsing) oder stark und herb (Chang, trinkt Miang).
Bierlao aus Laos ist gewoehnungsbeduerftig.
In Vietnam haben wir drei Sorten getrunken. Ha Noi ist eher Ploerrebitter, Saigon besser zu vertragen, aber nicht gut. Larue aus Hoi An der Favorit, laesst sich gut trinken.

Laecheln:
Thailand ist das Land des Laechelns und ueberall erschallt der Ruf "Thai Massaaasch!"Laos ist das Land der Sanftmut und man wird aufgefordert: "Help me = Kauf was!". Gerufen wird eher selten, die Laoten sind eher zurueckhalten, siehe auch Blogeintrag L(CH)aoten bei der Arbeit.
Vietnamesen schauen generell ernst und schreien den Europaer an: "BUY SOMETHING!!!". In Vietnam ist die Haendlermentalitaet mit den Arabern und Tuerken zu vergleichen, einzig in Phu Quoc (Insel im Sueden) trafen wir auf angenehm zurueckhaltende Leute.
Generell rufen alle: "Madame!" oder "Sir!".

Nachtleben:
In Thailand findet man Rotlichtmeilen, generell ist lange geoeffnet. In Laos muss jeder um spaetestens 23:00 Uhr schliessen (Sperrstunde). Viele schliessen frueher.
In Vietnam geht man ebenfalls frueher zu Bett. Letzte Bestellung gibt es oft um 21:30 Uhr.

Geld:

InThailand rechnet man in Baht. In Laos und Vietnam in Dollar. Somit ist die Umrechnung schwierig: Dollar in Euro und Dong/Kip in Euro, da die Preise mal in der Landeswaehrung (Essen), mal in Dollar (Unterkunft) sind. Kostet die Unterkunft 23 Dollar, das Fruehstueck 20.000 Dong, die Tour nach Hanoi 65 Dollar und der Flug nach Da Nang 900.000 Dong, bekommt man eine Endsumme in Dong hingelegt und muss das ganze in Euro umrechnen, dazu jeden Posten kontrollieren. Sicher ist sicher.

Organisation:

In Thailand ist man den Tourismus gewoehnt, dementsprechend ist die Organisation gut, obwohl man manchmal erwartet, dass etwas schief geht. In Laos ist die Organisation Glueckssache und sehr unterschiedlich. In Vietnam ist alles sehr gut organisiert und man hat den Eindruck, das liegt in der Kultur des Vietnamesen.

Freitag, 19. März 2010

Entspannung in Hoi An

Nachdem wir zuletzt doch sehr herum gekommen sind, geniessen wir im Moment die Ruhe in Zentralvietnam und lassen die Seele am suedchinesischen Meer baumeln.


Hoi An ist eine Stadt wie aus dem Bilderbuch und bietet viele alte Haeuser und breite Strassen. Die Leute tragen oft die traditionellen vietnamesischen Huete und sind auf zwei Raedern unterwegs.





Hoi An liegt direkt an einem Fluss:





Am Wasser haelt man es natuerlich sehr gut aus:




Der Weg zum Meer ist allerdings mit 5 Kilometern weit; kurz vor der Bruecke ist die Geschwindigkeitsbegrenzung 8km/h, das war uns ein Bild wert. Wir gehen natuerlich zu Fuss und bleiben so in Form:




Die Landschaft ist atemberaubend:


Wenn der Weg endlos erscheint, gibt es zwischendurch genuegend Gelegenheit, eine Pause einzulegen und einen Vietnam Kaffee zu trinken (etwas suesslich, aber stark) oder einen frisch gepressten Ananassaft zu sich zu nehmen.


Hier gibt es nicht viel zu berichten, daran sieht man: wir lassen es uns gut gehen. Schwimmen, essen, schlafen und den Augenblick geniessen - was will man mehr vom Leben?




Am Strand findet man auch viele Vietnamesen, die vollstaendig bekleidet sind (samt Struempfen und Handschuhen) und oft einen Mundschutz tragen:




Andere Laender, andere Sitten!

Donnerstag, 18. März 2010

Kulinarische Genuesse

Boese Zungen behaupten, wir seien jetzt "Reisfresser" ...

Das stimmt nicht! Wir geniessen Besseres:








Dienstag, 9. März 2010

Aufsteigender und absteigender Drache

Vietnam, hier sind wir!

In Hanoi angekommen, stellen wir erleichtert fest, es gibt auch noch eine kuehle Brise und so geniessen wir 12 - 15 Grad bei unsere Ankunft. Mit der Zeit stellen wir aber fest, es ist doch recht frisch.


Hanoi hiess frueher Than Long (aufsteigender Drache) und ist die Heimat von 6 Millionen Mopeds und mindestens doppelt so vieler Hupen. Ein solches Konzert findet man sonst hoechstens in Neapel oder Rom. Der Verkehr ist schauderhaft und insgesamt schlaegt die Stadt Bangkok um Laengen. Faszinierend sind hier die Kreuzungen. Aus vier Richtungen kommen Mopeds angebraust und queren ohne Unfall. Die Verkehrsregeln erschliessen sich uns nicht.


Die Altstadt ist ueberfuellt mit Menschen und wirkt damit reizvoll (Miang) bis abstossend (Hopsing). Der Dreck ist allgegenwaertig und gibt einen Vorgeschmack, was einen in Indien und Bangladesh erwartet. Unsere Reiseplanung sieht aber anders aus und wir sind nicht boese drum. Clementine und Meister Propper sollten dringend hierhin exportiert werden. Arbeit waere genug.

Auch die Koeche koennten dringend eine Fortbildung in Thailand gebrauchen.


Miang wagt sich unter die Schere und mit frisch geschnittenem Haar (60.000 Dong bzw. 2,30 Euro kostete das Vergnuegen) geht es zur mystischen Halong Bucht.


Ha Long, d. h. absteigender Drache, ist das Gegenstueck zu Thang Long und das nicht nur in der vietnamesichen Mythologie. 3,5 Stunden dauert der Transport, vorbei an lieblicher Landschaft samt Reisfeldern und verstaubten Industrieanlagen.



Angekommen bekommen wir ein passables Boot und tuckern gemaechlich durch die Bucht der fast 2000 Inseln, im Konvoi mit Dutzenden weiteren Schiffen.



Erster Halt ist eine doch gewaltige Hoehle, deren Besuch ist sehr lohnenswert.



Anschliessend schwingt Miang die Paddel und umrundet gekonnt ein Inselchen in der Bucht.


Die Nacht auf dem Wasser, sind wir umringt von den Lichtern weiterer Boote und geniessen den gemeinsamen Abend mit unserer daenischen Reisegruppe, denn aus diesem Land stammen unsere 14 Mitreisenden allesamt.

Am naechsten Morgen schippern wir gemaechlich zurueck. Die diesige Bucht hat etwas Ewiges und man spuert fast die Magie des niedergegangenen Drachen.


Viel zu schnell sind wir wieder im Moloch Hanoi. Aber bald geht es weiter. Unser naechstes Ziel heisst Hoi An und íst hoffentlich entspannender. Im Moment sind wir alles, aber noch keine Freunde von Vietnam.

Sonntag, 7. März 2010