Freitag, 26. Februar 2010

Rose des Nordens

Wir sind inzwischen in Chiang Mai gelandet, der "Rose des Nordens". Chiang Mai ist eine kleine, ruhigere Version Bangkok's. Chiang Mai liegt im Norden und man hat Blick auf die angrenzenden Berge.

Es ist eine Stadt zwischen Tradition und Moderne. Zahlreiche Tempel saeumen die Stadt, die unvermeidlichen Drachenwesen verfolgen einen ueberall. Der Norden Thailand's ist buddhistisch, an mancher Stelle christlich, aber der Geisterglaube ist im taeglichen Leben der Bewohner nicht wegzudenken. Die Frontscheibe der Taxis mit all ihren Amuletten, Schreinen und Buddhas zeigen dies.


Auch hier sind die Tuk-Tuk und Mopeds allgegenwaertig. Doch erscheint das harmlos, wenn man hoert, dass in Hanoi - Vietnam - taeglich circa 6 Millionen Zweiraeder unterwegs sein sollen. Trotdem knattert es hier ordentlich und die Ueberquerung der Strasse im Bild unten ist ein echtes Abenteuer. Wer auf eine Luecke wartet, geht hier in Rente.


Chiang Mai ist aber eine ruhige Stadt, wenn man von dem Verkehr, der leider sehr heftig ist, absieht. Die Leute hier im Norden wirken gemaessigter als im Sueden. Ruhiger und stolzer, so unser Eindruck. Die Zeit tickt hier langsamer und gibt einen Vorgeschmack auf das, was uns in Laos erwartet. Die Gelassenheit ist spuerbar und wir atmen sie tief ein. Vielleicht setzt sie sich ja fest. Mit Grauen denken wir an deutsche Hektik.

Um uns herum befindet sich der Urwald mit seinen Bergvoelkern und dem Angebot an Trekking Touren, ein Paradies fuer Naturfreunde. Andererseits bietet Chiang Mai einen Nachtbazar mit allem, was der (die:-) Konsumsuechtige liebt. Auf der Strasse dorthin eine Rotlichtmeile mit zahlreich herausgeputzten Fraeuleins und laut plaerrender Musik der Night Clubs und Go-Go-Bars.


Nachdem Montag Reisetag war, haben wir Dienstag und Mittwoch zum Chillen genutzt. Wir sind schliesslich keine Rennpferde und brauchen unsere Pausen. Ihr seht, wir haben die asiatische Gelassenheit verinnerlicht.

Donnerstag ist dann eine Touri-Tour angesagt. Natuerlich angepriesen als "Less Touristic Area", was natuerlich ein Witz ist. Erste Station war eine Orchideen- und Schmetterlingsfarm, die natuerlich nicht mit Bendorf mithalten kann. Ein Event, der mehr als fluessig ist.




Schoen spiessig, oder?


Dann geht es erneut rein in das Pick-Up-Taxi und wir fahren eine Dreiviertelstunde gegen Norden. Zahnlose Elefanten sind unser Ziel und der Ritt ist enttaeuschend. Man koennte das eher als Elefantenstehen bezeichnen und so grasen die Tiere mehr, als sie uns transportieren. Die ganze Strecke betraegt vielleicht einen Kilometer, wahrscheinlich weniger (Hopsing spricht von fuenfzig Metern). Die anschliessende Fuetterung bringt eine glueckliche Hopsing hervor:


Anschliessend fahren wir erneut ueber holprige Strecken ins Nirgendwo und landen nach gefuehlten zwei Stunden endlich mitten im Dschungel. Fast glaube ich, wir haetten direkt die "Off Road Tour" im allradangetriebenen Jeep buchen koennen.

So eine Tour hat den Vorteil, dass man eine Menge Leute kennen lernen kann. Ken aus Kalifornien, der in Suedkorea lebt und als Englischlehrer arbeitet. San Diego ist eine Autostadt mit schlechtem Nahverkehr nahe der mexikanischen Grenze. In San Diego sind 50% der Menschen aus Lateinamerika, sag mal einer, bei uns gaebe es eine Ueberfremdung. Weiterhin begleiten uns zwei Familien aus dem Elsass samt Kinderschar und ein Italiener, der den <Flight Of The Gibbons Park> hinter sich gebracht hat:


Wie die Gibbons kann man an Drahtseilen gesichtert in 100 Metern Hoehe von einem Baum zum anderen fliegen. Trotz Hopsing's Quengeln weigere ich mich, diese Tour ins Auge zu fassen und bleibe auf dem Boden der Tatsachen. Wie man sieht, ist das was:






Nach einer Stunde Marsch durch wunderschoene Natur - erinnert mich an daheim, nur dass die Ruppertsklamm keine Palmen hat - und dem Besuch eines Bergvolks ist ein Wasserfall angesagt samt baden. Das kuehle Nass kommt wie gerufen und ruft das Kind in mir hervor.



Anschliessend wieder in den Pick-Up und ich muss sagen, ich liebe das Autofahren samt Sitzen auf einer Pritsche. Durchgeruettelt und eine weitere Dreiviertelstunde ueber die Holperstrecke spaeter geht es ins Wasser: White Water Rafting!

Hopsing, eigentlich wasserscheu, laeuft zur Hochform auf und paddelt, was das Zeug haelt. Wir gewinnen natuerlich das Rennen und kommen als Erstes an. Anschliessend schippern wir noch ein paar Minuten wie Robinson Crusoe auf einem Bambusfloss. Pitschnass wird es Zeit, sich umzuziehen und es geht weiter, das naechste Bergvolk besuchen.

Diese sind alle unterschiedlich. Die Wasserversorgung ist bei allen durch die Bergbaeche gesichert. Das letzte Dorf hatte Stromversorgung via Kabel, eines vorher nutzte Solarpanele, die staubbedeckt dem Sonnenhimmel entgegengereckt waren.

Aber alle hatten Autos und Fahrzeuge, waren also schon in der Moderne angekommen. Trotzdem ist es sehr idyllisch:



Jetzt haben wir noch zwei Tage, bevor es mit Lao Airlines nach Luang Prabang in Laos geht.